Headerbild Jura-Sternwarte

 home

 zurück zum tagebuch

 

Venus-Transit an den Schulen Grenchen
Therese Jost, 8.6.2004

 
   

Da der Venus-Transit während der Schulzeit stattfand, beobachtete ich dieses seltene Ereignis zusammen mit den Kindern meines Kindergartens mit einem Solar-Scope vor dem Kindergarten. Auch Schüler waren eingeladen und staunten, was im Kindergarten alles geboten wird.
Sogar das DRS Regional-Journal besuchte uns und sendete ein Interview.

Das Beobachtungsprogramm Grenchen

  • 08:00 – 11:00: Solarscope vor dem Kindergarten

  • 08:00 – 08:45: Bezirksschule

  • 08:45 – 09:30: Primarschule, Schulhaus II

  • 09:55 – 10:30: Primarschule, Schulhaus IV

  • 10:30 – 11:00: Kindergarten Lindenpavillon

  • Während der ganzen Vorführung Aufnahmen (durch Radio DRS Regionaljournal AG / SO)

  • Ab 11:00: Solarscope auf dem Marktplatz in Grenchen.

  • Ab 12:00: Solarscope auf der Terasse des Restaurant Parktheater

 
 

 
  Kindergarten Lindenpark Grenchen  Kleine Astronomen beobachten den Venus-Transit und zeichnen den Weg der Venus auf der Sonnenscheibe  
 

 
 

Für die Kinder ein Andenken an den Venus-Transit

Diese Resultate sind, besonders wenn man bedenkt,
 dass sich die Sonne und Venus dauernd bewegen, sehr gut.
 

 
 

 

 
 

Interview DRS Regional-Journal
Das nachfolgende Interview wurde von Radio DRS Regionaljournal anlässlich des Venustransits vom 8. Juni 2004 im Kindergarten Lindenpark in Grenchen aufgezeichnet. Die Ausstrahlung erfolgte am selben Tag.

AJ: Andrea Jäggi, Radio RDS
TJ: Therese Jost, Kindergärtnerin und Mitglied der Astrogruppe der Jurasternwarte.

Einleitung der Sendung:
„Sie sind zwischen Fünf und Fünfzehn und haben heute etwas erlebt, das sie in ihrem Leben hier in Europa nie mehr sehen werden. Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen in Grenchen haben den Planeten Venus, der vor der Sonne durchwanderte, beobachtet. Ein Venustransit, wie man das Ereignis nennt. Im Grenchner Kindergarten Lindenpavillon wurde speziell für dieses Ereignis eine Ministernwarte aufgebaut. Andrea Jaggi (DRS, AJ) schaute sich das an.“  

DRS, AJ: „Therese Jost (TJ) ist Kindergärtnerin und Mitglied der Astronomischen Gruppe der Jurasternwarte. Sie hat eine Kartonkiste auf den Boden gestellt.“

TJ: „Seht ihr dort den Kasten, den ich auf den Boden gestellt habe? Das orange Rohr? Mit dem orangen Rohr fange ich die Sonne ein. Die Sonne kommt dann hier in den Kasten. Dann geht sie im Kästchen auf den Spiegel an der Wand und kommt wieder zurück. Auf der Wand sieht man einen runden weissen Fleck. Dieser weisse Fleck ist die Sonne.“

DRS, AJ: „Mit einfachen Worten erklärt Therese Jost den Kindergärtnern die Funktion der Ministernwarte. Die funktioniere nach demselben Prinzip wie die grosse Sternwarte auf dem Grenchenberg:  Mit Spiegelung und Projektion. Mit dem einzigen Unterschied, dass in der Jurasternwarte alles grösser ist.“

  Kind: „Da ist ja etwas Weisses“

TJ: „Was ist das Weisse“?

Kind: „Die Sonne“.

TJ: „Und was ist das Schwarze?“

Kind: „Das ist ..... Venus“

TJ: " Ja! Venus.“

Kind: „ Der Schatten. Das ist cool!“

TJ: „Du darfst nicht direkt in die Sonne schauen.“

Kind:“ Ja das macht die Augen kaputt!“

DRS, AJ:
„Die Kinder haben es begriffen! Beim direkten Blick in die Sonne wäre „fertig lustig“. Es braucht also entweder eine Ministernwarte oder dann eine Spezial-Sonnenfinsternisbrille. Kai beobachtet mit einer Sonnenfinsternisbrille und erklärt, was er sieht“
 

Kai: „Die Sonne ist Orange und darauf ein schwarzer Punkt.“

DRS, AJ:
„Der schwarze Punkt ist also Venus. Die Schülerinnen und Schüler sind beeindruckt. In kurzer Zeit bekommen sie von Therese Jost viele unterschiedliche Informationen.

TJ: „Alle Leute die heute Leben haben das, was Ihr heute seht, noch nie gesehen. Ein Venustransit erfolgt nur alle 122 Jahre. So alt wird ja niemand. Ihr selber seht es sicher auch nie mehr.“

DRS, AJ: „Und die Kinder machen Entdeckungen. Venus, das Pünktchen, bewegt sich. Und auch die Sonne ist plötzlich nicht mehr auf der Kartonwand. Therese Jost muss den Kasten verschieben. Harkin weiss warum:“ „Die Erde dreht sich doch um sich selbst und so verschiebt sich die  Sonne am Himmel dauernd. Da läuft die Sonne halt dann eben aus dem Kasten raus.“

DRS, AJ: „Die Drehung der Erde um die Sonne: Jetzt hat man einmal einen Eindruck davon.“

TJ:
„Jetzt sieht man einmal, wie schnell die Erdrotation ist. Ich sage den Kindern immer: Da sieht man, wie schnell wir rumfliegen.“

DRS, AJ:
„Und das ohne Schleudertrauma. In unserer Ministernwarte, in der die Sonne noch gespiegelt wird, sieht man Venus oben an der Sonnenscheibe. In der Realität ist sie unten durch gewandert. Ein Mädchen hat deshalb eine Idee:“ „Man könnte sich auf den Kopf drehen und dann sieht man Venus oben.“ „Also schaut es Kopf voran von oben herab in die Schachtel. Anderen Kindern kommt folgendes zum Thema in den Sinn. Wie Philipp, der damit beginnt, die Planeten aufzuzählen.“ „Eigentlich heisst der kleinste Planet Transpluto. Aber den sieht man nicht weil er so klein ist.“ „Viel Wissen kommt also da zusammen. Saskia stellt interessiert Frage um Frage. Und auch dieser schon etwas ältere Schüler will wissen:“ „Sieht man den Venustransit in ganz Europa“.

TJ: „Ja. Wir haben Leute, die an verschiedenen Orten beobachten. Einer reiste nach Namibia, einer nach Südfrankreich.“
 

DRS, AJ: „Therese Jost erzählt auch von den Mitgliedern der Jurasternwarte, die das Ereignis wissenschaftlich auswerten. Da ist zum Beispiel der Mann von Therese Jost auf dem Grenchenberg. Er macht alle vier Minuten eine Foto. Im November will man die Auswertung vorstellen. Was aber gibt es eigentlich zu erforschen?“

TJ: „Das Wichtigste ist, dass man die Distanz Erde – Sonne bestimmen will. Man hat dieselbe Messung vor 122 Jahren während des letzten Venus-Transits gemacht und will die Resultate nun vergleichen.“

DRS, AJ: „So ein Venustransit ist viel seltener als zum Beispiel eine Sonnenfinsternis. Obwohl eine Sonnen-Finsternis meistens viel mehr zu reden gibt. Ob sich dessen die Schüler wohl bewusst sind? Es scheint so:“ „Ja das ist ziemlich selten!“ „Ich hätte nicht gedacht, dass man das mit so einem kleinen Ding beobachten könnte“. „Ich hätte gedacht, der Punkt sei ein bisschen grösser“.

DRS, AJ: „Die Meisten  haben vermutlich zum letzten Mal einen Venustransit gesehen. Man könnte dieses Ereignis in acht Jahren nochmals erleben. Dieser Ausflug wird aber teuer.“

TJ: „2012 kann man einen Venus-transit in Australien nochmals sehen. Ich kenne jetzt schon viele Leute, die diese Ferien schon fest eingeplant haben. Hobbyastronomen sind eben süchtig nach solchen Ereignissen.“

DRS, AJ: „sagt Therese Jost von der Astronomischen Gruppe der Jura-Sternwarte Grenchen. Und sonst heisst es dann eben: 122 Jahre warten.“

Ende der Sendung:
„Andrea Jaggi mit einem Bericht vom heutigen Naturschauspiel und wie es  die Schulkinder von Grenchen begeisterte.

 
     
hugo jost

 impressum