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Sonnenfinsternis
mit Airton und Kim
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| Verbreitung
der Astronomie in Valencia
Am
1. Oktober 2005 fliegen Hugo und ich für fünf Tage nach Valencia. Natürlich
um die Sonnen-Finsternis zu sehen. Sicherheitshalber stellen wir uns aber
auf Städteferien ein um dann sicher noch die Sehenswürdigkeiten
dieser Stadt zu sehen, falls etwas schief gehen sollte. Wir haben zwei
Tage Zeit, um in der Stadt einen guten Beobachtungsplatz zu suchen. Hugo
ist der Meinung, das Ereignis könne gut mitten in der Stadt beobachtet
werden. Hauptsache, die Sonne wäre zu sehen. Wir
einigen uns schnell darauf, dass die Plaza de la Reina, mitten im Zentrum
von Valencia, der geeignete Beobachtungsplatz sei. Aus der Zeitung
erfahren wir, dass die Astronomische Gruppe von Valencia eine
Beobachtungsmöglichkeit bei der grandiosen, sehenswerten „Stadt der
Kunst und Wissenschaft“ anbietet. Da das Hauptziel von Hugo das
fotografieren nach einem genauen Zeitplan ist, befürchten wir dort einen
zu grossen Rummel. Nach
einer mehr oder weniger geruhsamen Nacht, die Wettervorhersage ist nicht
so rosig, marschieren wir Ich betrachte gemütlich, was da vor der Sonne so passiert. Zwischendurch beobachte ich, was ich immer gerne tue, die Leute. Da viele Passanten auf Hugo mit seinen Unterlagen und Kamera aufmerksam werden und sich wundern, wieso dieser komische Mann seine Kamera mit einer Folie abgedichtet hat, beginne ich spontan Folgendes: Ich gehe auf die Menschen zu und offeriere ihnen einen Blick durch eine meiner drei Sonnenfinsternisbrillen. Mit einem Gemisch aus Italienisch, Englisch und Spanisch erkläre ich den Passanten, was sie da sehen können.
Die
Reaktionen sind herrlich. Viele Passanten haben keine Ahnung, was da in
diesem Moment am Himmel oben passiert. Fassungslos bemerken sie nach einem
Blick durch die Brille, dass sich bei der Sonne etwas tut. Gegen 10:00 Uhr
kommt Airton aus Rio de Janeiro bei uns vorbei. Er ist bei einem Kollegen,
der nur drei Häuser weiter wohnt, in den Ferien und ich offeriere ihm
einen Blick durch die Brille. Er ist ausser sich vor Freude, denn er weiss
von dem Ereignis und hat eine Woche lang vergeblich ganz Valencia
abgeklappert, um eine So-Fi Brille zu kaufen. Er erklärt Hugo und mich spontan zu einem
„Gottesgeschenk“ und geht nicht mehr von uns weg. Airton beginnt, mich
spontan zu unterstützen und da er gut spanisch kann, werden wir ein gutes
Team. Wir verteilen unermüdlich die „Gafers“, so heissen die Dinger nämlich
auf spanisch, und erklären den Leuten, was sie sehen können. Eine
halbe Stunde später kommt Kim aus Melbourne. Sie weiss von gar nichts und
ist hell begeistert von dem, was sie bei uns zu sehen bekommt. Kim reist
ganz allein für drei Monate in Europa herum. Sie bleibt auch bei uns und
so werden wir plötzlich zu einem gut eingespielten
Dreierteam, das Verbreitung der Astronomie mitten auf der zentralen
Plaza de la Reina in Valencia macht! Ich
beobachte einen Geschäftsmann, der uns aus sicherer Entfernung lange Zeit
beobachtet. Spontan gehe Ein
junges Pärchen aus den Staaten ergreift die Gelegenheit auch. Ich halte
die grosse Wasserflasche für sie, damit sie ruhig beobachten können. Sie
sind total beeindruckt, ganz verklärt und überglücklich gehen sie
weiter. Ich muss sie rufen und ihnen nachrennen: Die profane Wasserflasche
ist plötzlich vergessen gegangen. Um
12:30 Uhr ist alles vorbei. Airton holt uns allen Kaffee und wir sitzen zu
viert beisammen. Die Spannung ist
vorbei! Wir erzählen einander, woher wir kommen, tauschen Adressen aus
und Hugo beantwortet die
vielen astronomischen Fragen
der Beiden. Insgesamt haben wohl an die siebzig Personen mit unseren
Schweizer So-Fi-Brillen das Ereignis beobachten können. |
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