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Saturnbedeckung
durch den Mond
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Wir schreiben Samstag, den dritten November 2001 Sternzeit. Es ist Abend, der Autor dieses Berichtes hungrig und die Frau des Hauses mag nicht kochen. Eine ganz normale
Situation in einer Familie. Also gebe ich nach und mache den Vorschlag, im
Restaurant Unterberg ein Fondue zu verzehren. Huldvoll wird dieser Vorschlag angenommen, der häusliche Frieden ist vorerst gerettet. Schnell ist der
Nachwuchs eingepackt, und fast so schnell haben wir schon den Unterberg
erreicht. Kaum haben wir parkiert, stellt ein anderer Fahrer seinen Kombi neben unseren. Die Kleber auf dem Heck kommen mir so bekannt vor. Und wer steigt aus? Richtig, Hugo und Therese haben den Weg zur Sternwarte ebenfalls gefunden. Allerdings nicht um das leibliche Wohl zu erhalten, sondern wegen einer Führung. So im Gespräch stellt sich heraus, dass eine Saturnbedeckung durch den Mond stattfinden soll. Und tatsächlich: der "Sternen- himmel" sagt den Bedeckungsbeginn um etwa 22:00 Uhr voraus, die "Ent-Deckung" eine Stunde später. Es bleibt uns also genügend Zeit für das Fondue, aber ich habe keine Kamera und nichts dabei. Das heisst: nochmals den Berg hinunterfahren, Frau und Kind abladen, Fotoausrüstung aufladen, Beatrice abholen und wieder zur Sternwarte fahren. Was tut man nicht alles für die Astronomie! Als ich die Sternwarte betrete, hat Hugo bereits die CCD Kamera montiert und sucht den Scharfpunkt. Hugo benutzt den Refraktor der Schmidt Kamera, denn vom Cassegrain aus gesehen stehen Mond und Saturn hinter dem Dach. Aber man kann nicht alles haben, schliesslich ist es wolkenlos und die Luft ruhig. Inzwischen hat Beatrice ihr Fernglas aufgebaut. Trotz nur 20-facher Vergrösserung erkennt man die Trennung von Planetenscheibe und Ringen deutlich. Von Auge erkennt man den Lichtpunkt, der immer näher an den Mond rückt. Mittlerweile hat Hugo die optimalen Einstellungen gefunden. Näher und näher rückt die beleuchtete Mondscheibe an den beringten Planeten. Schliesslich wird der Planet für das blosse Auge vom Mond überstrahlt; die Bedeckung steht unmittelbar bevor. Sämtliche verfügbaren Instrumente sind nun auf die beiden Himmelskörper gerichtet. Jetzt! Der äusserste Teil der Ringe berührt die Mondscheibe. Unaufhaltsam wird der im Vergleich zum Mond winzige Planet vom Erdtrabanten "verschluckt". Keine zwei Minuten dauert es, bis der Planet mitsamt seinen Ringen vollständig bedeckt ist. Wir können aufatmen, zumindest für eine Stunde. Hugo demontiert die CCD Kamera, dafür setze ich meine konventionelle Spiegelreflexkamera in den Okularstutzen. Die Brennweite des Refraktors ist für diese Kamera und für Saturn allerdings zu klein, ich vergrössere deshalb die Brennweite mit einem Okular auf etwa sechs Meter. Saturn wird am unbeleuchteten Mondrand auftauchen. Haben wir wohl richtig gezielt oder spielen uns Mond und Saturn einen Streich? Wer weiss? Da, ein Lichtschimmer im Sucher der Kamera. Tatsächlich, es ist ein Ringteil. Stück für Stück tritt der Planet wieder hervor. Wieder und wieder drücke ich auf den Auslöser der Kamera. Zwei Minuten später sind die beiden Himmelskörper wieder voneinander gelöst. Zufrieden und erleichtert können wir unsere Ausrüstung wieder verstauen und den Heimweg antreten. Es hat sich gelohnt, wir werden weiterhin Astronomie betreiben. |
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