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Es
ist ein ganz normaler, nebliger Novemberabend, dieser 20. November 2003.
Mit Frau und Tochter setze ich mich kurz nach sechs an den Tisch und wir
beginnen mit dem Nachtessen. Zugegeben: Schon den ganzen Tag las man im
Internet so einige Dinge über ein eventuelles Polarlicht. Aber so richtig
daran glauben kann ich nicht, zu
oft schon war falscher Alarm.
Kaum
habe ich den ersten Bissen gegessen, piepst schon das Handy. Nur eine
kurze Nachricht von Beatrice steht drauf: „Polarlicht jetzt“.
Nun
kommt unmittelbar Hektik auf. Ich schlinge den Rest vom Essen runter,
starte den Computer, um die letzten Voraussagen zu lesen, ziehe, während
der PC hochfährt die Winterkleider an und lege die Fototasche und das
Stativ bereit. Sobald der PC hoch-gefahren ist geht’s rein ins Internet
(www.meteoros.de) und richtig:
Polarlichter können bis weit südlich der Schweiz beobachtet werden.
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Ich
renne zum Auto und verstaue alles. Frau und Tochter folgen in
Winterkleidern, die gefüllten heissen Teller mit Raclette in den Händen,
sitzen ins Auto und los geht's. Währendem meine zwei Frauen im dunklen
Auto essen fahre ich in rekord-verdächtiger Zeit durch den erst dicken
Nebel, dann unter dem klaren Sternenhimmel durch den Wald hinauf in die
Jurasternwarte.
Oben
erwartet uns ein fantastisches Schauspiel. Der nördliche Himmel ist
derart grünlich aufgehellt dass man meinen könnte, der Vollmond stehe
unmittelbar unter dem Nordhorizont.
Gleichzeitig
mit mir treffen Franz und Geri ein. Beatrice und Stefan warten schon und
so öffnen wir rasch das Dach, stellen Stative auf, montieren die
Fotoapparate und beginnen mit den Aufnahmen.
Erst jetzt haben wir Zeit, uns den Himmel mal richtig anzuschauen. Und es
lohnt sich echt. Während der nächsten rund vier Stunden werden wir von
einem Schauspiel verwöhnt, wie wir es bei uns nie erwartet hätten. Mal
geistern die roten Polarlichtwolken im grossen Wagen rum, dann wieder
gegen den Zenit und hie und da verschwinden sie auch wieder ganz. Dauernd
wandern grünweissliche Strahlen wie Scheinwerfer von Norden her Richtung
Zenit und schliesslich zucken kurze, grünliche Strahlen sogar im Zenit
hin und her. Zeitweise sind die Bewegungen so schnell, dass man selbst von
blossem Auge kaum alles verfolgen kann.
Und dann erst die Probleme beim Fotografieren! Welches ist denn überhaupt
die richtige Belichtungszeit? Für die roten Wolken wären so 20-40
Sekunden angemessen. Aber dann hat man kaum eine Chance, die rasch
wandernden und manchmal nur kurz aufflackernden weissen Strahlen
einzufangen. An welcher Stelle des Himmels
das Schauspiel stattfindet, weiss man eh nie. Fotografiere ich im Norden,
erscheint sicher was Interessantes im Zenit. Bin ich im Zenit, dann wäre
Richtung Ost das Richtige usw. usw. Schlussendlich fotografiere ich während
fast vier Stunden beinahe ununterbrochen mit Blende 3,5, 200 ASA Dia und 2
Minuten Belichtungszeit. Und, alles in allem, die Resultate sind gar nicht
mal so schlecht.
Um
Mitternacht, das Polarlicht scheint langsam müde zu werden, machen wir
uns total durchfroren aber glücklich, auf den Heimweg. Manchmal erlebt
man trotz allen Planungen auch mal ein unvorhergesehenes, schönes
Ereignis.
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