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Merkur-Transit 7. Mai 2003

7.5.2003, 04:30 – 13:00 Uhr: Zum dritten Mal Merkur-Transit in der Jura-Sternwarte
Hugo Jost, 7.5.2003  

 
 

Zugegeben: Etwas komisch ist mir natürlich schon zu Mute wenn ich behaupte, dass in der Jura-Sternwarte schon drei Mal ein Merkur-Transit beobachtet wurde. Da aber einer der Gründer der Jura-Sternwarte, Gerhart Klaus, die Transits 1970 und 1973 alleine von zu Hause aus fotografierte (die Jura-Sternwarte entstand erst 1976) kann ich getrost den Balkon von Gerhart Klaus als die Urzelle der Jura-Sternwarte betrachten. So gesehen stimmt die Aussage mehr oder weniger doch.

Doch nun der Reihe nach.

Am Vorabend stellt sich bei bedecktem Himmel die bange Frage, wohin sollen wir fahren? Richtung München wo das Wetter gut ist oder rauf auf den Jura. Da, um 20:00 Uhr zeigt ein Blick auf das Meteobild, wie sich eine grosse wolkenfreie Zone von Marseille Richtung Schweiz bewegt. Ich bin der Ansicht, dass sie am frühen Morgen bei uns eintreffen und dann ein paar Stunden bleiben wird. Also ist es klar: Wir können noch ein paar Stunden Schlaf geniessen.  
 
 
 

 

 
 

Trotz der Kälte: Der Aufbau der Instrumente beginnt.

06:10: Endlich geht die Sonne auf
 

 
 

Tagwache ist um viertel vor vier, Abfahrt um 04:00 Uhr und so um halb fünf sind wir zu viert auf dem Oberberg, rund zwei Kilometer von der Jurasternwarte entfernt. Leider ist bei der Jurasternwarte die Sonne so früh am Morgen noch hinter einem Hügel verborgen. Das ist weiter nicht so schlimm, da wir ja privat genügend transportable Geräte zur Verfügung haben. Es ist recht kalt und trotz den dicken Jacken beginnen wir nach dem Aufbau der Instrumente zu frösteln. Die Sonne will und will nicht kommen und der Himmel ist noch fast ganz bedeckt.

Endlich, es ist etwa 10 Minuten nach sechs, geht die Sonne auf und auch die Wolken verziehen sich nach und nach. Nun kann es nicht mehr lange dauern bis das Schauspiel gelingt. Ab 07:15 beginnen wir dann mit den Aufnahmeserien. Alle 10 Minuten 4-5 Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungszeiten, da sich die Helligkeit der Sonne von Minute zu Minute verändert. Bis 12:35 Uhr dauert die Arbeit, nur hie und da durch das Verdrücken eines Sandwiches oder einen Schluck Kaffee unterbrochen.
 

 
 

 
 

Bei schönstem Sonnenschein bin ich voll bei der Arbeit.

Gerhart Klaus mit seinem Teleskop. Links am Instrument Dany Cardoen, der geniale Spiegelschleifer aus Südfrankreich.
 
 
 

Und siehe da: Das Wetter ist uns hold. Bis Mittags um zwei haben wir gute bis sehr gute Sicht und erst im Verlaufe des Nachmittags ziehen zunehmend Wolken auf. Glück gehabt!

Jetzt aber zu den Resultaten von Gerhart Klaus. Alle Aufnahmeserien hat er mit seinem Refraktor auf der Terasse seines Hauses gemacht und natürlich umgehend selber entwickelt, saubere Abzüge hergestellt und sie dann anschliessend zu den eindrücklichen Gesamtübersichten zusammengesetzt. Ich denke, kommentieren muss man sie nicht gross. Sie sprechen für sich selber.

Nur eins noch: der Vergleich der Aufnahmen zeigt sehr schön die unterschiedlichen Diagonalen der drei Merkur Transits und auch die unterschiedlichen Grössenverhältnisse kommen klar zum Vorschein (1970 und 2003 = 12 Bogensekunden, 1973 = 9,9 Bogensekunden).   
 

 
   
  Merkur-Transit 7.5.2003 Merkur-Transit 7.5.2003  
   
  Merkur-Transit 10.11.1973 Merkur-Transit 9.5.1970  
 

 
 

Merkur-Transit 9.5.1970, Merkur vor einem Sonnenfleck

 
     
hugo jost

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