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Hie und da gibt es Monate, wo sich die astronomischen Ereignisse nur so überschlagen und dann folgen zum Glück auch wieder etwas ruhigere Tage und vor allem Nächte. Obwohl uns der Mai nicht eben mit gutem Wetter und Top Sicht verwöhnt hat, zählt er trotzdem zu den Höhepunkten des Jahres 2003. Mir jedenfalls wird er noch lange in Erinnerung bleiben.
7.5.2003, 04:30 - 13:00 Uhr:
Zum dritten Mal Merkur Transit in der Jurasternwarte
Zugegeben: Etwas komisch ist mir natürlich schon zu Mute wenn ich behaupte, dass in der Jurasternwarte schon drei Mal ein Merkur Transit beobachtet wurde. Da aber einer der Gründer der Jurasternwarte, Gerhart Klaus, die Transits 1970 und 1973 alleine von zu Hause aus fotografierte (die Jurasternwarte entstand erst 1976) kann ich getrost den Balkon von Gerhart Klaus als die Urzelle der
Jura-Sternwarte betrachten. So gesehen stimmt die Aussage mehr oder weniger doch.
Doch nun der Reihe nach. Halt!
Das lesen Sie ja hier.
Nur eins noch: Wie häufig sind Merkurtransits vor der Sonne?
Merkurtransit sind ein seltenes Ereignis. Dennoch treten sie wesentlich häufiger auf als die rund 122 Jahre auseinander
liegenden Venus- Transits.
Nachfolgend die Liste der nächsten Merkur Transits:
- 8. November 2006 (in Grenchen nicht sichtbar)
- 9. Mai 2016
- 11. November 2019
8.5. 2003 bis ?: Projekt Venus Daten
Bereits kurz nach dem Merkurtransit trudeln die ersten Resultate von Beobachtern des
Projektes "Venus 2004" bei mir ein: Visuelle Beobachtungen und schlussendlich so an die 300 Fotos die alle
ausgewertet werden müssen. Da wartet noch ein gerütteltes Mass Arbeit auf mich und bis zur fertigen Auswertung wird es wohl noch ein bisschen dauern.
8.5.2003, 11:30 - 12:30 Uhr: Gruppenführung
Ausnahmsweise mal eine kurze Tagesführung. Nur so zum Reinschnuppern in die Sternwarte und ein bisschen plaudern. Nun denn, auch solche Besucher gibt's.
16.5.2003, 03:30 Uhr: Mondfinsternis
Heute beginnt der Tag wieder früh. Um halb vier fahre ich zusammen mit Therese und Barbara in noch stock-dunkler Nacht ....
Aber nein, diese Geschichte ist ja separat im Tagebuch.
17./18.5.2003, SAG GV
Endlich einmal ein Wochenende ausspannen! Wie bereits zur Tradition geworden reisen Therese und ich bereits am Freitagabend zur GV der Schweizerischen Astronomischen
Gesellschaft an, geniessen ein gutes Nachtessen, bummeln noch ein wenig und freuen uns am freien Abend.
Das GV Wochenende ist für uns wie immer ein schönes Erlebnis, das wir nicht mehr missen möchten. Wir geniessen es, gute Bekannte zu treffen oder neue Menschen kennen zu lernen, zu diskutieren und es ganz einfach mal gemütlich zu haben.
22.5.2003, 21:00-23:30 Uhr: Gruppenführung
Heute ist eine Führung für eine Geburtstagsgesellschaft angesagt. Nur leider: Der Himmel ist total bedeckt und wie ich in der Sternwarte ankomme, herrscht dichter Nebel. Also durch den Nebel nochmals drei Kilometer auf den Oberberg fahren und die Gesellschaft fragen, ob sie trotzdem kommen möchten. Ja: Sie möchten und werden bereits in einer halben Stunde kommen. Bei der Sternwarte ist der Nebel noch dicker geworden.
Kurz darauf treffen die Besucher ein. Im Nebel man kann man sie nur schemenhaft erkennen und trotzdem finden sie die Sternwarte. Ich erkläre während rund einer Stunde die Sternwarte, die Instrumente und das, was man bei gutem Wetter sehen könnte. Als Höhepunkt folgt dann der Anblick des künstlichen
Sommer-Sternenhimmels, den wir infolge des schlechten Wetters wieder mal in der Sternwarte an der Decke des Sonnenlabors versorgen mussten, damit die Sterne nicht feucht werden. Achtung: Feuchtigkeit nimmt Sternen die Leuchtkraft.
23.5.2003, 21:00 - 23:00 Uhr: Gruppenführung
Heute ist eine Familie zu Besuch. Das Wetter ist nicht eben berauschend. Da wir aber nur wenige Personen sind reicht es, um alle wichtigen Objekte anzuschauen und auch das Diskutieren kommt nicht zu kurz.
30.5.2003, 00:30 - 03:00 Uhr: Polarlichtalarm
Das Telefon läutet um 00:30! Nun ist es also soweit. Nach einem Voralarm um 19:00 hat Beatrice nun vom Orakel (www.meteoros.de) gesehen, dass sich das vorausgesagte Polarlicht mehr und mehr unseren Breitengraden nähert. Also raus aus den Federn und sofort auf den Berg. In der Jurasternwarte starren wir dann zu Viert bis morgens um Drei Richtung Norden und hoffen, auch mal wieder etwas ähnliches wie ein Polarlicht zu sehen. Nur leider: Alles war für die Katz. Es reichte wieder einmal mehr nicht bis zu uns. Schade!
30.5.2003, 20:00 - 00:30 Uhr: Nacht des offenen Daches
Heute Abend ist "Nacht des offenen Daches" angesagt. Leider habe ich übersehen, dass es ja erst sehr spät dunkel wird und die Öffnungszeiten ab 20:00 Uhr publiziert. Ist
etwas sehr früh aber zeigen kann man alleweil etwas.
Nur leider, wie so oft im Mai, ist der Himmel fast voll bedeckt. So ab halb neun trudeln die ersten Besucher ein und können trotz der Wolken noch einen Teil des Sonnenunterganges, Sonnenflecken inklusive, geniessen. Danach, etwa um halb zehn, können die inzwischen schon auf eine stattliche Zahl angewachsenen Besucher für 30 Minuten die Dia- Vorführung geniessen.
Inzwischen treffen mehr und mehr Besucher ein und der Himmel verdunkelt sich zusehends. Ein Gewitter ist im Anzug! Ich will der zweiten
Besuchergruppe zumindest den Blick auf das
Berner Münster bieten und schwenke den Refraktor Richtung Bern. Aber halt, es ist noch fünf Minuten zu früh! Der Münsterturm wird erst um Zehn beleuchtet. Punkt zehn schaltet die Beleuchtung ein.
Die ersten zwei Besucher erhaschen einen Blick auf das Münster, ich geh inzwischen nach unten um die Diaschau- Gruppe zu holen, von oben ruft jemand: "Es beginnt zu regnen"! Wieder rauf hetzen, das Instrument in Parkposition bringen, das Dach schliessen und dem Regen zuhören. Und wie es regnet! Petrus scheint das gesamte Wasser des Ozeans auf einmal über der Sternwarte auszuschütten. Das kann ja für die morgige "Partielle
Sonnenfinsternis" heiter werden!
Der grösste Teil der Besucher geht nach Hause. Nur ein paar Unentwegte warten und hoffen auf bessere Zeiten. Und sie kommen, die besseren Zeiten! Um elf hört der Regen schlagartig auf, es klart rasch auf und wir haben bis um zwölf wunderbare
Beobachtungsbedingungen. Lerne: Geduld haben und Warten lohnt sich. Und übrigens: Die Partielle
Sonnenfinsternis ist wohl auch gerettet!
31.5.2003, 04:45 - 09:00 Uhr: Partielle Sonnenfinsternis
Wiederum beginnt der Tag früh! Abfahrt ist auf 04:45 Uhr angesagt und so machen wir uns ein weiteres Mal auf den dunklen Weg rauf auf die Jurahöhen. Wiederum fahren wir an der Sternwarte vorbei auf den Oberberg.
Hier lesen Sie
mehr.
31.5.2003, 20:00 - 00:30 Uhr: Nacht des offenen Daches
Nochmals Nacht des offenen Daches. Wir beginnen wiederum um acht und schon recht bald sind wir von lauter kleinen und grossen Besuchern umringt. Verglichen mit gestern ist das Wetter super. Kälter ist es laut
Thermometer nicht aber die Feuchtigkeit ist so hoch und der Wind bläst so stark dass Gross und Klein rasch ins schlottern geraten.
Nichts desto trotz zeige ich, während Therese den Besuchern im Theorieraum die Dia Schau zeigt, Besucher empfängt und die Sternwarte erklärt, das, was man heute so sehen kann.
Und es ist eine ganze Menge von Objekten, die da auf uns warten. Angefangen bei Jupiter, der mit seinen Monden vor allem die Jüngsten entzückt, geht es weiter zum Kugelsternhaufen M13 und sogar die Galaxien M81 und M82 zeigen sich recht schön. Zuletzt noch einen Blick auf das Berner Münster und zum Abschluss einen Abstecher mitten in die Milchstrasse, und alle sind begeistert und zufrieden.
Ein eindrücklicher, aber auch arbeitsintensiver Monat hat seinen Abschluss gefunden.
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7.5.2003, 06:10: Endlich geht die Sonne auf.

Bei schönstem Wetter fotografiere ich den Merkur-Transit.

1970: Merkur vor einem Sonnenfleck.

Besuch in der Sternwarte Zimmerwald
während der SAG-GV 2003

Interessiete Besucher betrachten den Spiegel des Cassegrain-Teleskopes.

Die Ersatzlösung wenn der Himmel bedeckt ist:
Der Turm des Münsters von Bern aus 35km
Entfernung. Aber Achtung: Er steht auf dem Kopf.

Blutrot geht die Sonne auf.
Das Gras scheint zu glühen.
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