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Helligkeitsausbruch von Komet 17P/Holmes
Hugo Jost, Franz Conrad,  2007 / 2008

 
 

Beobachtungsbericht P17/Holmes

Am 24. Oktober 2007 überraschte der periodische Komet 17P/Holmes die Astronomen mit einem enormen Helligkeitsausbruch.
17P erreichte am 4. Mai 2007 den sonnennächsten Punkt seiner Bahn. Bis zum 24. Oktober war seine Helligkeit auf unter 16 mag  abgesunken, also weit unterhalb der in unseren Teleskopen sichtbaren Helligkeit.

Die erste Meldung über eine aussergewöhnliche Helligkeits- entwicklung traf am frühen Morgen des 24. Oktober 2007 von einem  Beobachter auf Teneriffa ein.. Der Komet war viel heller als erwartet. Kurz danach trafen weitere Beobachtungen ein und schon nach einigen Stunden konnte der Komet bereits als Objekt 4. Grössen- klasse mit blossem Auge gesehen werden.. 17P hatte seine Helligkeit in kürzester Zeit um das 500.000-fache gesteigert. Der Durchmesser der Koma  nahm täglich um 97.000 km/Tag zu, das heisst, der Radius vergrösserte sich in jeder Sekunde um 560 Meter! Bereits am 9. November war 17P das größte Objekt im Sonnensystem.

Eine konkrete Ursache für diesen Ausbruch ist nicht bekannt. Es kann sich um den Zusammenstoss mit einem grösseren Felsbrocken oder auch um ein teilweises Zerbrechen des Kometenkerns handeln.

Komet 17P/Holmes bescherte uns in der Jurasternwarte viel Arbeit galt es doch, die Veränderungen möglichst lückenlos zu dokumentieren. Zum Einsatz kamen alle unsere Instrumente. War es in den ersten Tagen noch möglich, den Kometen mit der CCD-Kamera und der Digitalkamera zu fotografieren blieb am Ende nur noch die Schmidt-Kamera mit dem grossen Bildfeld von 5 x 5 Grad als geeignete Aufnahmeoptik übrig. Zu gross war der Komet, als dass er noch mit anderen Instrumenten hätte fotografiert werden können.

Entdeckungsgeschichte 17P/Holmes

Am 6. November 1892 entdeckte der britische Amateurastronom Edwin Holmes in der Nähe des Andromedanebel kurz vor Mitternacht einen neuen Kometen. Wegen einer dichten Wolkendecke konnte er die Position erst nach Mitternacht bestimmen. Deshalb wird manchmal auch der 7. November als Entdeckungszeitpunkt angegeben.

Während des gesamten Monats November war der Komet von blossem Auge sichtbar. Mitte Januar 1893 war die Helligkeit auf rund 10. mag abgesunken bevor Sie noch einmal 8. Größe erreichte. Da der Komet von der Sonne immer weiter als Mars entfernt ist, ist die Entdeckung auf einen Helligkeitsausbruch von 17P/Holmes zurückzuführen. Der Komet war also schon immer etwas übermütig.

1899 und 1906 blieb 17P/Holmes auch im sonnennächsten Teil seiner Bahn ein extrem lichtschwaches Objekt. Nach 1906 blieb er verschollen. 1964 wurde er dann aufgrund neuer Bahnberechnungen wiedergefunden und wurde seither regelmässig beobachtet.

 Der periodische Komet 17P/Holmes gehört zur Jupiter-Familie. Seine Umlaufbahn von rund 7 Jahren verläuft zwischen Mars und Jupiter.
 
 
27.10.2007 / Flatfield f=500mm, Blende 3.5 / Canon Da20, 60 Sekunden, 200 ASA

1.11.2007/ Flatfield f=500mm, Blende 3.5 / Canon Da20, 30 Sekunden, 400 ASA
 
 
1.11.2007 / Baby Newton 500mm, f/d = 5.6 /  CCD ST7

2.11.2007 / Baby Newton 500mm, f/d = 5.6 / CCD ST7
 
 
3.11.2007 / Baby Newton 500mm, f/d = 5.6 / CCD ST7

28.11.2007 Baby Newton 500mm, f/d = 5.6 / CCD ST7
 
     
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