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Die Gründung
Im Herbst 1975 wurde die Stiftung Jurasternwarte auf Initiative von Erich Wolf und Gerhart Klaus
gegründet. Bereits ein Jahr später, im Herbst 1976, also vor mehr als einem Viertel Jahrhundert konnte die Jurasternwarte ihrer
Bestimmung übergeben werden. Viel Zeit ist seither verflossen und immer noch gehört die Jurasternwarte zu einer der
am besten ausgerüsteten Privatsternwarten weit und breit. Und auch unsere fotografischen Arbeiten geniessen einen
ausgezeichneten Ruf.
Zeit also, sich etwas zu erinnern, wie es wohl früher war, welche Hindernisse zu überwinden
waren, wie wir es schafften, das Werk dauernd zu erweitern und wie auch die Bevölkerung von der Sternwarte
profitieren konnte
Der Standort
Der geplante Standort auf dem Grenchenberg (1300 Meter über Meer) mitten in der Juraschutzzone, erschwerte das Vorhaben enorm. Da in der
Juraschutzzone nur Bauwerke erlaubt sind, die für die eigentliche Zweckbestimmung auf diesen Standort angewiesen sind, galt es vorerst
die diversen Ämter davon zu überzeugen, dass die Sternwarte auf diesen Standort angewiesen ist. Danach folgte der Hürdenlauf der
Baubewilligung. Die Auflagen waren vielfältig und beinahe hätte noch eine
Attrappe eines Miststockes zur Bereicherung der Sternwarte gebaut werden müssen. Dann kamen die Einsprachen des Anwohners und all
derer, die sich dazu berufen fühlten das Werk zu verhindern. "Da wird eine
zweite Beiz gebaut", sagte der Pächter der gegenüberliegenden Gaststätte. "Wolf will ein Ferienhaus bauen", meinten alle Neider. "Die
Aussicht auf den Grenchenberg wird verschandelt", sagten alle, die sonst nichts zu sagen wussten.
Dies und viele andere Hindernisse (zum Beispiel Geld sammeln) brachte die zwei Gründer mehrmals fast zum Aufgeben und waren auch
ihrer Gesundheit nicht eben zuträglich. Und trotz allem: Sie gaben nicht auf und konnten im September 1976 die Einweihung der Sternwarte feiern.
Namhafte Spenden von Kanton und Stadt, Industrie und Gewerbe ermöglichten den Bau und erlaubten eine beachtliche Instrumentierung,
welche im Laufe der Zeit dauernd erweitert und modernisiert wurde. Den Baugrund stellte die Bürgergemeinde gratis im Baurecht für 60 Jahre zur
Verfügung und die Stadt Grenchen hilft mit einem jährlichen Beitrag den Betrieb zu sichern.
Öffentlichkeitsarbeit
Vom Beginn an war uns die Öffentlichkeitsarbeit ein besonderes Anliegen. Während den ersten 10 Jahren nach der Gründung wurden alle
Führungen durch die Herren Wolf und Klaus bestritten. Es verwundert eigentlich nicht, dass die grosse Zahl der Führungen schliesslich für die
zwei Gründer zu viel wurde. Abhilfe fand Erich Wolf: Er notierte bei allen
Führungen Personen, die "dumme Fragen " stellten und lud uns dann alle zu einer unverbindlichen Versammlung ein.
Die Astro-Gruppe der Jura-Sternwarte
Daraus entstand 1986
innerhalb von 3 Monaten als Verein die "Astro Gruppe der
Jurasternwarte" (AJUG). Die AJUG ist mit momentan 14 Mitgliedern wohl eine der kleinsten Sektionen der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft. Unser
Hauptzweck besteht darin, für die Stiftung Jurasternwarte den Betrieb und
Weiterausbau der Stern-warte sicherzustellen sowie die Führungen durchzuführen. Als Entschädigung dürfen wir die bestens eingerichtete
Jurasternwarte unentgeltlich benutzen.
Öffentliche Führungen
Von 1976-2007 wurden in der Jurasternwarte ca. 1'300 Führungen mit ca. 23'000 Besuchern durchgeführt. Weiter führten wir ca. 10 Kurse mit
total rund 150 Kursteilnehmern durch. Alles getreu unseren Statuten unentgeltlich auf freiwilliger Basis. Sicher, nicht alle Führungen waren
angenehm (vor allem dann, wenn die Besucher vorher zu tief ins Glas geguckt hatten). Aber alles in allem überwiegen die positiven Erlebnisse
bei weitem und die leuchtenden Kinderaugen beim Beobachten des Mondes oder des Berner Münsters sind für uns Demonstratoren Dank genug.
Öffentlichkkeitsarbeit heisst auch, den Kontakt mit der Presse pflegen und Ihre Anliegen ernst zu nehmen. Die vielen Presseartikel, Radio-
Interviews und auch die Erwähnung der Jurasternwarte in verschiedenen Büchern und Zeitschriften haben wir nicht gezählt. Sie haben aber alle
dazu beigetragen, die Jurasternwarte bekannt zu machen.
Sonnen Beobachtung

Von allem Anfang an räumten wir bei den Führungen der Sonne den ihr gebührenden grossen Raum ein, ist sie doch unser eigentlicher
Lebensspender.
Für Demonstrationen steht uns ein Coelostat, der das Sonnenlicht in das verdunkelte Sonnenlabor wirft, zur Verfügung. Mit Hilfe des dort
montierten Refraktors von 225 cm Brennweite wird das 1m grosse Projektionsbild der Sonne mit den Sonnenflecken erzeugt. Es hat noch
jeden Besucher beeindruckt. Auch das Sonnenspektrum mit den Fraunhoferlinien kann mit einem
Gitterspektrographen demonstriert werden und mit Hilfe des Day-Star-Filters lassen sich die Protuberanzen und Filamente zeigen.
Als Ergänzung und für Schlechtwetter Demonstrationen stehen uns zusätzlich eine grosse Anzahl von Videofilmen sowie selbst gemachte
Sonnenaufnahmen zur Verfügung.
Nachthimmel Beobachtung
Auch bei uns in der Jurasternwarte bedienen wir uns zuerst des wichtigsten und
hochkomplexen Instrumen- tes, das jeder Besucher selber
mitbringt: Des Auges. Von blossem Auge kann man ohne weitere Hilfsmittel so interessante Dinge wie die Sternbilder sowie die
Bewegungen der Planeten eindrücklich beobachten.
Das Cassegrain-Teleskop
Für weiterführende Beobachtungen stehen verschiedene Feldstecher zur Verfügung, mit denen sich schon wesentlich mehr beobachten lässt als
man gemeinhin annimmt, kann man doch nebst offenen Sternhaufen und Nebeln selbst Kugelsternhaufen recht schön beobachten.
Deep-Sky-Beobachtungen wurden während der ersten 10 Jahre mit einem Newton-Teleskop von 1600 mm Brennweite und 300 mm Öffnung
durchgeführt.
Die altersschwache Verspiegelung führte nach längeren Diskussionen 1986 zum Totalersatz dieses Teleskops durch ein Cassegrain-Teleskop
von 6m Brennweite und 50cm Öffnung. Die nicht ganz optimale Montierung wurde vor drei Jahren durch eine massive Gabelmontierung
ersetzt. Schlussendlich bekam das Instrument im letzten Herbst noch einen Tubus und nun sind die optischen Eigenschaften hervorragend.
Trotzdem: Ein Instrument wird nie fertig. Um lang belichtete CCD Aufnahmen machen zu können sind wir auf eine enorm stabile
Nachführung angewiesen. Im Moment haben wir neue Schrittmotoren mit einer Schrittweite von ca. 0,1 Bogensekunden montiert und die gesamte
Nachführelektronik durch eine quarzgesteuerte Geschwindigkeitsregelung mit Mikro - Controllern ersetzt. Dies wird uns nach der genauen Justierung
hoffentlich erlauben, Aufnahmen von bis zu 30 Minuten mit einer Abweichung von weniger als einer Bogensekunde zu machen. Wir werden
sehen. Dieses selbst gebaute Instrument wurde, um bei Führungen rascher arbeiten zu können mit einer computergesteuerten Nachführhilfe
versehen. Die Beobachtung des Mondes und der Planeten, Galaxien und anderen deep-sky Objekten befriedigt selbst verwöhnte
Amateurastronomen.
Photographische Beobachtungen
Photographische Beobachtungen nehmen in der Jurasternwarte seit der Gründung einen grossen Raum ein. Vor allem das Gründungsmitglied
Gerhart Klaus ist durch seine hervorragenden Aufnahmen nicht nur in der Schweiz bekannt.
Er war es denn auch, der in uns das Interesse und schlussendlich die Begeisterung für die Astrofotografie weckte. Er lehrte uns das eigentliche
fotografische Handwerk. In seiner enorm exakten Art zeigte er uns, dass bei Astronaufnahmen nur ein Motto gilt: Besser als möglich! Er half uns
bei allen auftauchenden Problemen. Sei es bei instrumentellen Schwierigkeiten, beim Entwickeln oder Vergrössern von Aufnahmen oder
dann auch bei vermeintlichen Entdeckungen. Unser wichtigstes Instrument zum fotografieren ist die Schmidt-Kamera
von Dr. Vehrenberg mit welcher der Grossteil der Aufnahmen im " Atlas der schönsten Himmelsobjekte " gewonnen wurden. Diese Kamera hat
eine Brennweite von 1000 mm, eine Öffnung von 300 mm und einen Kugelspiegel von 400 mm Durchmesser. Sie liefert hervorragende
Aufnahmen und ist zu unserem eigentlichen "Liebling" geworden. Als weitere Aufnahmeoptiken verwenden wir eine Lichtenknecker
Flatfield-Kamera von 500mm Brennweite mit einem Öffnungsverhältnis von 1 zu 3,5 sowie eine Vielzahl weiterer Grossformat- Objektive (4" x 5"
Filmformat), Maksutow Kameras und auch diverse Foto Objektive. Wir haben in unserer Sternwarte ein Sortiment von Optiken, das für die
Aufnahme von fast allen denkbaren Objekten optimal geeignet ist. Die Vielzahl der uns heute zur Verfügung stehenden Aufnahmetechniken
sind kaum mehr zu überblicken. So fotografieren wir in der Jurasternwarte
heute mit Schwarz- Weiss- Filmen, (hypersensibilisiert), Farbfilmen (vorzugsweise Dia - Film) im
Kleinbildformat, Mittelformat und dann auch im Grossformat 4" x 5". Selbstverständlich werden die Filme selber entwickelt und auch die
Abzüge selbst hergestellt.
CCD-Kameras
Bereits seit 1993 auch mit den zwei elektronischen CCD-Kameras (LYNXX2 und ST7) fleissig fotografiert und im PC "entwickelt". Dabei
können sowohl für CCD Aufnahmen wie auch für eingescannte Film-Negative dieselben Techniken angewandt werden.
Es zeigt sich dabei je länger je mehr, dass durch den Einsatz von hoch auflösenden Scannern in den Negativen verborgene Schätze durch
leistungsfähige Bildverarbeitung zum Vorschein gebracht werden. So verschmelzen,
zumindest bei der Bildverarbeitung, die zwei unterschiedlichen Aufnahmemethoden Film und CCD immer mehr.
Digital-Kameras
Seit 2007 kommen selbstverständlich auch spezielle, Astro- taugliche
Digital-Kameras zum Einsatz. Ein für uns wieder völlig neues,
interessantes und herausforderndes Arbeitsgebiet.
Einsatz von Personal-Computern
1987 begann auch in der Jurasternwarte das Computer-Zeitalter. Standen wir alle der Entwicklung am Anfang skeptisch
gegenüber, so stehen heute schon 4 PC mit mehreren Bildschirmen in der Sternwarte und wir können uns die Amateur-. Astronomie ohne Computer
schon fast nicht mehr vorstellen. Nicht nur für die Positionierung der Instrumente, die vollautomatische Aufzeichnung der Daten der Wetterstation, nein auch für Demonstrationszwecke oder für Bildverarbeitung werden die PC heute bei uns routinemässig eingesetzt.
MultimediaUnd seit 2007 hat auch bei uns das Zeitalter der
Video-Beamer und DVD Geräten usw. für Multimediale Darbietungen
begonnen. Eine neue und faszinierende Art, unseren Besuchern Astronomie
näher zu bringen.
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Trotzdem, hier steht die Sternwarte

Erich Wolf bei der Demonstration der Sonne

Gerhart Klaus an der Schmidt Kamera

Astro -Gruppe der Jurasternwarte

Der Coelostat

Der Refraktor mit einer Brennweite von 2250 mm

Unser erstes Instrument: der Newton

Das Cassegrain Teleskop mit einer Brennnweite von 6000 mm und einem Spiegeldurchmesser von 500 mm

Die Schmidt Kamera mit einer Brennweite von 1000 mm, einem Spiegeldurchmesser von 400 mm und einer Öffnung von 300mm. Eine absolute Spitzen Optik!
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